Die Geburt von Rosa und Rosander
In einem fernen Land irgendwo in den Bergen lebten sehr liebe und freundliche Menschen friedlich miteinander. In diesem Land, genannt Rosenquarzland, konnten die Menschen so gluecklich miteinander leben, da sie viel Rosenquarz hatten. Jedesmal wenn sie einander begegneten, schenkte einer dem anderen einen Rosenquarz. Dieser Rosenquarz stand als Zeichen der Liebe und Zusammengehoerigkeit unter den Menschen. Jeder wusste, dass er immer wieder von einem anderen einen Rosenquarz bekommen wuerde. Deshalb hatte keiner Angst, dass der Rosenquarz zur Neige gehen koennte. Der Rosenquarz stand als Symbol fuer die Liebe untereinander. Deshalb herrschte im Rosenquarzland Frieden.
Jeder lebte mit einem lieben Menschen in seinem Rosenquarzhaus und konnte sein Glueck teilen. Sie assen aus Rosenquarzgeschirr und sie arbeiteten mit Rosenquarz. Und das wichtigste Gut von jedem war: Ein Berg Rosenquarz hinterm Haus. Dieser Berg ging niemanls zu Neige. So konnte jeder immer Rosenquarz weitergeben.
So lebten sie gluecklich und zufrieden bis zu dem Tage, als ein Fremder kam. Diesem Fremden gefiel nicht, dass die Menschen hier so gluecklich waren. Er kannte dieses Gefuehl des Glueckes nicht. Er war ein ungluecklicher Mensch, da er keinen Rosenquarz hatte. Er konnte das Glueck und die Liebe nicht teilen, und er goennte den lieben Menschen den Frieden und das Glueck nicht. Dieser Fremde wollte, dass die lieben Menschen ungluecklich wuerden. Er erzaehlte ihnen an einem Tag, an dem keine Sonne schien, dass der Rosenquarz zu neige gehen wuerde. Er erzaehlte ihnen auch, dass er irgendwann ganz aus gehen wuerde. Dies verbreitete sich im Rosenquarzland. Die lieben Menschen wurden nachdenklich und ueberlegten ganz genau, wem sie Rosenquarz schenken wuerden. Sie begannen sparsam mit dem Rosenquarz umzugehen. Irgendwann verschenkten sie keinen Rosenquarz mehr. Jeder hortete fuer sich den Rosenquarz den er noch hatte. Und die Menschen wurden unzufrieden und ungluecklich. Sie sassen in ihren Haeusern auf ihrem Rosenquarz. Dann begannen die Streitereien. Der Rosenquarz wurde wertvoll und es ging jedem nur noch um den Besitz von Rosenquarz. Aus der Streiterei entstand ein Krieg um den Rosenquarz. Eines Abends versammelten sie sich und suchten nach einer Loesung fuer ihr Problem. Paul, einer der Dorfweisen, erzaehlte ihnen von seinem Traum: Eine hoehere Macht hat mir erklaert, dass wir wieder anfangen muessen Rosenquarz zu verschenken. Denn wenn der Rosenquarz von Hand zu Hand geht, geht er niemals aus. Alle waren still und ueberlegten sich was zu tun war. Paul stand auf und schenkte seinem Nachbarn ein Stueck Rosenquarz. Der Anfang war gemacht. Alle fassten wieder Mut. Von nun an verschenkten sie wieder Rosenquarz. So wuchse die Liebe wieder unter den Menschen. Und so wachse auch der Rosenquarz immer weiter. Von nun an hatten sich alle wieder lieb und waren zufrieden.
Der Fremde ward niemehr gesehen.
Paul, der die Botschaft verbreitete, wusste seit kurzem ganz genau was Liebe war. Er war verliebt in das schoenste Maedchen im Dorf, sie hiess Magdalena. Sie heirateten und hatten sich ganz besonders lieb.
Wo immer sie auch waren, sie waren immer zu zweit. Wo immer man sie traf, sie hielten sich immer an ihren Haenden. Was immer sie auch taten, sie taten immer es aus und mit Liebe. Sie waren gluecklich und zufrieden miteinander.
So sassen sie an einem schoenen Wintertag in ihrem Haus an dem grossen Fenster und schauten den tanzenden Schneeflocken zu. Im Hintergrund knisterte das Feuer. Sie sassen einfach nur da, wie immer Haendchen haltend. Paul streichelte mit seinem Finger ueber ihren Handruecken. Das tat er immer, wenn er ihr zeigen wollte, dass er sie liebte. Gedanktenverloren schauten sie nach draussen. Frau Holle liess es kraeftig schneien. Der Himmel war grau und weiss, voll mit Schnee gefuellt. Fuer einen kurzen Moment schiein die Sonne genau auf das Haus von Magdalena und Paul. Just in diesem Moment flogen zwei grosse Schneeflocken vom Himmel. Die Schneeflocken stoppten vor dem Fenster laechelten Magdalena und Paul an. Einen Moment spaeter loesten sie sich auf. Magdalena durchfuhr ein Lichtstrahl und zwei Schneeflocken. In ihrem Leib nahmen zwei kleine Seelen platz. Sie laechelte Paul an und sprach: Jetzt spuere ich unsere Kinder in meinem Leib. Es sind zwei. Naechstes Jahr im Mai werden Rosa und Rosander geboren.
Die Zeit verging, die Tage wurden wieder laenger. Alle im Rosenquarzland freuten sich in diesem Jahr ganz besonders auf das Fruehjahr. Kraftvoll schien die Sonne vom Himmel, als wollte sie sagen: Es wird ein wunderbares Fruehjahr. Das Gras war gruener als normal. Die Narzissen waren gelber als normal. Die Rosen rochen staerker als normal. Und dann war es endlich soweit. Es war an einem ganz besonders schoener Tag im Monat Mai. Rosa und Rosander wurden geboren. Zusammen lagen sie friedlich in ihrem Rosenquarzbettchen, laechelnd und neugierig auf das Rosenquarzland und auf die Welt. Das Glueck war perfekt. Die kleine Familie war erfuellt von Liebe. Mit dieser Liebe wuchsen sie heran. Fuer die Eltern Glueck und Liebe im Doppelpack. Als die Kinder aelter wurden erfreute sich auch das Dorf im Rosenquarzland an dem Zwillingspaar.
Bei den abendlichen Gespraechen der Erwachsenen erfuehren Rosa und Rosander dass noch andere Laender, Kontinente, Menschen und Steine auf dieser Welt lebten. Sie lauschten ganz genau was erzaehlt wurde. In ihren Traeumen waren sie bereits auf Reisen. An Ihrem 12. Geburtstag traf sich das Dorf zum Fest. Paul, der Vater und Dorfweise sprach: Ihr duerft in die Welt hinausziehen. Ihr werdet Liebe und Freundschaft aus dem Rosenquarzland in der Welt verbreiten. Wir lassen Euch ziehen. Magdalena ihre Mutter trat mit einem Rucksack in der Hand auf Rosa und Rosander zu: Hier in diesem Rucksack ist genug Rosenquarz. Jedem lieben, wichtigen Menchen den ihr trefft, schenkt ihr als Zeichen der Liebe und Freundschaft ein Stueck von unserem Rosenquarz. So verteilt sich die Liebe unter den Menschen und es wird irgendwann ueberall Frieden geben, so wie hier im Rosenquarzland.
Mit einer grossen Feier verabschiedete das Dorf die Kinder. Sie packten ihr Koefferchen und waren bereit fuer die grosse Reise.
Mit Traenen in den Augen nahmen sie Abschied. Alle wussten, es musste sein, fuer den Frieden auf der Welt. Sie liessen Rosa und Rasander ziehen.
Diese zogen mutig und froehlich los.
Sie kamen an einen Fluss. An diesem Fluss lag ein kleines Holzboot mit einem weissen Segel. Sie stiegen in das Boot ...........